Illmitzer – Gespräche NACHHALTIGKEIT

 

 

Mit Dank an Arch DI Dr. Renate Hammer, MAS 

Das Prinzip

Nachhaltigkeit – ein oft missbräuchlich verwendeter und immer dann zur Diskussion freigegebenen Begriff, wenn es darum geht einer konsequenten Umsetzung des Nachhaltigkeitsprinzips auszuweichen. Das Prinzip ist einfach und laute in Anlehnung an den ethische Imperativnach  Heinz von Foerster: „Handle so, dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten wächst.“ Was dadurch sichergestellt werden kann sind langfristige Perspektiven für unser Leben auf einem intakten Planeten.

Die Bedrohung

Bedrohlich eingeschränkt haben wir unsere Handlungsspielräume nach dem Modell der Belastungsgrenzen der Erde bereits in den Bereichen des Klimawandels, der biogeochemische Kreisläufe von Phosphor und Stickstoff, der Nutzung von Landflächen und der Biodiversität. Daher müssen wir entschieden und wirkungsorientiert handeln.

Die Strategien

Die von uns derzeit am häufigsten angewandte Strategie zur Erreichung von Nachhaltigkeit ist die Effizienzsteigerung, also die Erzielung des gleichen Ergebnis mit weniger Aufwand. In einer Wachstumsgesellschaft reicht das gleiche Ergebnis jedoch nicht. Deshalb müssen wir die Effizienz durch Suffizienz flankieren, deren Frage lauten: was brauche ich wirklich? Souverän wird sein, wer wenig braucht und von diesem Wenigen einen großen Teil selbst herstellt oder im Umfeld des eignen Wirkungskreises herstellen lassen und erwerben können.  Das mündet nicht zwangsweise in Autarkie, sondern macht zu Partnern im Austausch was wiederum die Resilienz, also die Strategie der Widerstandsfähigkeit und Toleranz gegenüber Störungen und Veränderungen umsetzt. Schließlich setzt die Konsistenz darauf, dass wir unseren Bedarf in Einklang mit der Leistungsfähigkeit natürlicher Systeme bringen.

Die Umsetzung

Ein paar Dinge lassen sich statistisch festmachen: Den stärksten Einfluss auf die Lebenszufriedenheit hat die Gesundheit, und viel Besitz macht nicht viel glücklicher als genug Besitz. Stellen wir uns also eine Lebensumgebung vor, die uns vor allem gesundhält, und die uns genügt.  Vor diesem Hintergrund macht es Sinn das drei Säulen Modell zur Nachhaltigkeit umzudeuten in ein drei Stufen Modell, denn während unserer Ökonomie unabdingbar an eine intakte Ökologie gebunden ist, genügen ökologische Systeme sich völlig selbst. Für den Erhalt unserer ökologischen Basis braucht es neben dem Bewusstsein, dem persönlichen Einsatz definitiv einen wirkungsorientierten legistischen Rahmen und Kostenwahrheit.